Informationen für Kinder und Jugendliche

Liebe Kinder,

die meisten von euch kennen PiK und wissen, dass es bei PiK einen Familienberater/ eine Familienberater/in gibt, die dich und deine Familie betreut.

Deine Meinung ist wichtig!

.

"Gefühlsmonster"

Als Pflegekind wirst du von der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt. Das heißt, dass wir von PiK und auch das Jugendamt regelmäßig schauen, dass es dir in deiner Pflegefamilie gut geht. Es gibt Gesetze, die sagen, welche Unterstützung du in Deutschland von der Kinder- und Jugendhilfe bekommen sollst. Diese Gesetze sagen auch, dass du ein Recht auf Beteiligung hast, das heißt, dass die Erwachsenen bei wichtigen Entscheidungen deine Meinung anhören müssen.

Wir möchten gerne, dass du über unsere Arbeit gut informiert bist und deine Meinung wissen, wenn es um wichtige Entscheidungen in deinem Leben geht. Vielleicht kennst du das schon aus den Hilfeplangesprächen, die einmal im Jahr im Jugendamt stattfinden. Für diese Hilfeplanung ist es wichtig zu wissen, was du zu berichten hast. Da fragen wir oder die Kolleg/innen im Jugendamt dich dann zu deiner Meinung zu bestimmten Themen. Damit die Gespräche zu deiner Hilfeplanung mehr Spaß machen, benutzen wir Ideen wie z.B. etwas zu basteln oder zu spielen. Manchmal sind die Hilfeplangespräche auch nicht so interessant für Kinder oder es gibt Themen, die die Erwachsenen lieber unter sich besprechen, zum Beispiel, wenn viel gestritten wird. Also gehst du als Kind nicht immer mit zu den Gesprächen, aber es ist wichtig, dass die Erwachsenen deine Meinung kennen und sie dort vertreten, wenn du nicht dabei bist. Auf dieser Seite hier findest du einige Materialien, die wir  benutzen, damit die Vorbereitung der Hilfeplanung Spaß macht. Außerdem haben wir schwierige Begriffe für dich erklärt und Informationsmaterial zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen! Wenn du Fragen hast, kannst du dich bei uns melden.

 

Ansprechpartner für Fragen oder Sorgen 

Es gibt verschiedene Stellen, die dir helfen, wenn du ein Problem hast und du dir Unterstützung von Erwachsenen außerhalb deiner Pflegefamilie wünschst:

Als erstes kannst du dich natürlich bei PiK, also bei uns melden, wenn du etwas besprechen möchtest. Du kannst mit deiner Familienberater/in sprechen oder mit Nora Andres, die sich speziell um Anliegen von Kindern und Jugendlichen kümmert. Auch wenn du ein Geschwisterkind von einem Pflegekind bist, kannst du uns anrufen und Unterstützung von PiK bekommen: Tel. 030 - 6122735

Du kannst dich auch bei der Mitarbeiter/in im Jugendamt melden, die für dich zuständig ist und dort deine Frage stellen oder dein Problem besprechen. Wenn du nicht weißt, wer das ist, frag deine Pflegeeltern oder uns.

Wenn du eine/n Vormund/Vormünderin hast, kannst du dich mit Problemen oder Sorgen auch an deinen Vormund wenden. Er bzw. sie hat die Verantwortung für dich und kann dir helfen, eine Lösung zu finden.

Außerdem gibt es den Verein Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe, an den du dich wenden kannst, wenn du Fragen zu deinen Rechten in der Jugendhilfe hast: Tel. 030 - 61 07 66 46

Wenn du aus einem anderen Land ohne Eltern nach Deutschland gekommen bist, gibt es einen speziellen Verein, der dich unterstützt, wenn du ein Problem mit der Jugendhilfe hast. Dieser Verein heißt Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (B-UMF): Tel. 030 - 82097430 
Informationen zu deinen Rechten in Deutschland findest du hier in der BroschüreWillkommen in Deutschland

Andere Pflegekinder kennenlernen

Wir unternehmen regelmäßig Ausflüge mit anderen Pflegekindern, so dass ihr euch untereinander kennenlernen könnt. Diese Ausflüge haben wir in den letzten zwei Jahren unternommen:

Klettern im Waldhochseilgarten Jungernheide am 15.10.2016
Theaterstück "Laura war hier" im GRIPS-Theater am 11.04.2017
Trampolinspringen im Sprungraum Berlin am 23.10.2017
Klettern im Boulderklub am 21.12.2017 und 05.02.2018
Stand-up-Paddel in Potsdam am 06.07.2018 und 09.07.2018

Wenn du Ideen und Wünsche für gemeinsame Unternehmungen hast, sag uns gerne Bescheid! Dafür kannst du dich bei Nora Andres melden: Tel. 030-6122735 | E-Mail

 

Infos: Broschüren und Begriffe

Hier findest du ein paar interessante Broschüren für Kinder und Jugendliche. Sie öffnen sich durch Anklicken! 

  Dein Vormund vertritt dich  
  Deine Rechte im Hilfeplanverfahren 
  Durchblick - Infos für deinen Weg ins Erwachsenenleben 
  Willkommen in Deutschland - Für unbegleitete Minderjährige 
  Die Rechte der Kinder von Logo einfach erklärt! 
  Nach der Jugendhilfe auf eigenen Beinen stehen!
  
Neu anfangen - Tipps für geflüchtete Jugendliche

>>> Schwierige Begriffe aus der Pflegekinderhilfe

Beteiligung: Beteiligung heißt, dass Kinder und Jugendliche, je nachdem wie alt sie sind, bei wichtigen Entscheidungen über ihr Leben informiert werden, sie nach ihrer Meinung gefragt werden und sie auch mitentscheiden dürfen. Beteiligung heißt nicht, dass man alles allein entscheiden darf, denn wenn man minderjährig ist, sind immer noch die Erwachsenen verantwortlich. Ein konkretes Beispiel für Beteiligung ist, dass du als Kind mit zum Hilfeplangespräch gehst und die Erwachsenen zu allen Themen deine Meinung wissen wollen.

Careleaver: Careleaver sind junge Menschen, die vom Jungendamt unterstützt wurden, nun den Übergang von der stationären Jugendhilfe (z.B. Wohngruppe, Pflegefamilie) in ein selbstständiges Leben machen. Der Übergang ist mit vielen Herausforderungen verbunden, denn auf eigenen Beinen zu stehen ist gar nicht so einfach. Viele hilfreiche Infos für Careleaver findest du hier.

Familienberater/in: Die Familienberater/in berät Pflegefamilie und Pflegekind in allen Fragen zu der Situation als Pflegefamilie. Manchmal werden Familienberater/innen auch Fachkräfte genannt.

Familiengericht: Das Familiengericht trifft wichtige Entscheidungen für Eltern und Kinder. An die Entscheidungen vom Familiengericht müssen sich alle halten. Zum Beispiel entscheidet ein Richter oder eine Richterin, wenn Eltern und das Jugendamt sich nicht einigen können. Dabei werden alle Beteiligten vom Familiengericht angehört, auch Kinder, wenn sie alt genug sind. Das Familiengericht beschließt zum Beispiel Scheidungen von Eltern, Adoptionen, Vormundschaften und Besuchsregelungen.

Hilfeplangespräch/Hilfeplankonferenz: Das Hilfeplangespräch findet mindestens einmal pro Jahr meist im Jugendamt statt. Hier wird besprochen, ob die Hilfe und Unterstützung, die du als Pflegekind vom Jugendamt erhältst, gut für Dich ist. Dort wird zum Beispiel besprochen, ob du dich in deiner Pflegefamilie wohl fühlst, wie es in der Schule läuft und wie der Kontakt zu deiner leiblichen Familie ist. Du selbst darfst und sollst auch, wenn du alt genug bist, an den Hilfeplangesprächen teilnehmen. Denn schließlich geht es um dich und dafür ist es wichtig, dass die Erwachsenen deine Meinung anhören. Wenn du selbst nicht teilnehmen magst, kannst du einen Erwachsenen stellvertretend bitten, deine Wünsche und Interessen einzubringen. Über deine Rechte im Hilfeplanverfahren kannst du hier nachlesen.

Hilfeplan: Der Hilfeplan ist das Ergebnis deines Hilfeplangesprächs. Er wird vom Jugendamt geschrieben und dann an den Pflegekinderdienst, deine Pflegeeltern, deinen Vormund und manchmal auch an deine leiblichen Eltern geschickt. Im Hilfeplan stehen Entwicklungsziele für dich für das kommende Jahr und auch wer dich dabei unterstützen kann, diese zu erreichen. Ein Ziel wäre zum Beispiel: Max hat erfolgreich die 5. Klasse abgeschlossen. Maxs Pflegeeltern unterstützen ihn bei den Hausaufgaben und organisieren eine Nachhilfe für das Fach Deutsch. Am besten sind Hilfepläne, an denen du mitgewirkt hast, also wenn du gemeinsam mit den Erwachsenen Ziele für dich überlegt hast. Je älter du bist, desto mehr wirst du ermutigt, bei der Hilfeplanung mitzumachen. Ab einem bestimmten Alter musst auch du, genau wie die Erwachsenen, deinen eigenen Hilfeplan unterschreiben.

Jugendamt: Das Jugendamt unterstützt Familien und Kinder, die Schwierigkeiten haben. Wenn diese Schwierigkeiten so groß sind, dass Kinder nicht mehr bei ihren Eltern leben können, sucht das Jugendamt eine neue Wohnform für die Kinder. Das kann z.B. eine Pflegefamilie oder ein betreutes Jugendwohnen sein. Mindestens einmal im Jahr wird im Jugendamt bei dem Hilfeplangespräch beraten, ob die Unterstützung und Hilfe für dich gut ist und, ob dir noch eine zusätzliche Hilfe gut tun kann (z.B. Ergotherapie, Logotherapie, Nachhilfe oder Psychotherapie).

Kinder- und Jugendhilfe: Kinder- und Jugendhilfe ist die Unterstützung, die Kinder bekommen, deren Eltern Schwierigkeiten haben. Wenn du also z.B. nicht bei deiner leiblichen Familie leben kannst, sucht das Jugendamt eine neue Wohnform wie z.B. eine Pflegefamilie für dich. Das nennt man dann Jugendhilfe. Die Jugendhilfe kann dich bei vielen Dingen unterstützen. Dafür ist es wichtig, dass du weißt, an wen du dich wenden kannst, wenn du etwas brauchst. Die genauen Regelungen der Kinder- und Jugendhilfe stehen im Sozialgesetzbuch (SGB) Achtes Buch (XIII) in dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG).

Kurz- und Dauerpflege: Wenn ein Kind nicht mehr bei seinen Eltern leben kann, wird es manchmal vorübergehend bei einer Pflegefamilie leben, bis klar ist, ob es zurück zu seiner Familie kann oder nicht. Das nennt man dann Kurzpflege oder befristete Vollzeitpflege. Wenn ein Kind nicht zurück zu seinen Eltern kann und dauerhaft bei einer Pflegefamilie leben soll, nennt man das Dauerpflege oder unbefristete Vollzeitpflege.

Inobhutnahme: Wenn Eltern in großen Schwierigkeiten stecken und ihr Kind nicht mehr versorgen können, muss das Jugendamt helfen. In manchen Fällen entscheidet das Jugendamt, dass das Kind nicht länger bei seinen Eltern wohnen kann und sucht eine neue Unterkunft. Wenn das Jugendamt das Kind aus der Familie nimmt, nennt man das Inobhutnahme. Das Jugendamt bespricht dann mit den Eltern, wie es weiter gehen kann und hält dies im Hilfeplan fest. Manchmal können Inobhutnahmen sehr plötzlich und unerwartet erfolgen, zum Beispiel, wenn Eltern nicht möchten, dass ihr Kind woanders lebt.

Pflegekinderdienst: Ein Pflegekinderdienst kümmert sich darum, dass Kinder, die nicht bei ihrer leiblichen Familie leben können, eine neue Familie finden. Ein Pflegekinderdienst hat vom Jugendamt die Aufgabe, Pflegefamilien zu suchen. Diese neue Familie ist dann eine Pflegefamilie. Ein Pflegekinderdienst schaut, dass es Pflegekindern in ihrer Pflegefamilie  gut geht und spricht regelmäßig mit der Pflegefamilie, dem Jugendamt und den leiblichen Eltern.

Pflegegeld: Deine Pflegeeltern bekommen vom Jugendamt Geld für Essen, Kleidung, Unterkunft, Schulsachen, Spielzeug und so weiter. Außerdem bekommen sie einen kleinen Betrag dafür, dass sie dich betreuen. Manchmal arbeiten Pflegeeltern weniger, wenn sie ein Kind in ihre Familie aufnehmen. Dann ist es wichtig, dass sie die finanzielle Unterstützung vom Jugendamt bekommen, um mehr Zeit für das Kind und die Familie zu haben.

Rückführung: Wenn ein Kind nur vorübergehend in einer Pflegefamilie gelebt hat und dann wieder zu seinen Eltern kann, nennt man dies Rückführung. Nach einiger Zeit zur leiblichen Familie zurückzugehen und sich von der Pflegefamilie zu verabschieden, ist nicht immer leicht. Deshalb unterstützt das Jugendamt und der Pflegekinderdienst die Familien bei der Rückführung.

Sorgerecht: Sorgerecht heißt, dass Eltern das Recht und auch die Pflicht haben, ihre Kinder zu versorgen. Wenn Eltern dies nicht schaffen, werden sie vom Jugendamt unterstützt und manchmal entscheidet ein Gericht, dass das Sorgerecht bei einem Vormund liegt. Dann hat dein Vormund die Aufgabe, dich zu versorgen und deine Interessen zu vertreten.

Vermittlung: Vermittlung nennt man den Prozess, wenn der Pflegekinderdienst eine passende Pflegefamilie für ein Kind sucht. Dann bereitet der Pflegekinderdienst das Kennenlernen vor und unterstützt bei dem Umzug in das neue Zuhause.

Vormund/Vormünderin: Wenn Eltern nicht die Verantwortung für ihr Kind übernehmen können, wird ein Vormund eingesetzt. Ein Vormund hat damit die rechtliche Verantwortung für das Kind, die sonst die Eltern haben, d.h. er/sie hat das Sorgerecht. Er/sie entscheidet dann z.B., wo du wohnst, auf welche Schule du gehst und alles weitere Wichtige, was dein Leben betrifft. Dein Vormund ist somit eine wichtige Person für dich und ihr solltet regelmäßigen Kontakt haben. Wenn du mit deinem Vormund nicht so gut auskommst, kannst du das dem Jugendamt sagen und es wird geschaut, ob es gut für dich wäre, einen anderen Vormund zu bestimmen. Mehr Infos findest du hier in der Broschüre „Dein Vormund vertritt dich“.

Wohngruppen: Nicht alle Kinder, die nicht bei Ihren leiblichen Eltern wohnen, leben in einer Pflegefamilie. Es gibt Kinder die in Wohngruppen in einem Kinderheim wohnen. Ältere Jugendliche wohnen manchmal auch in einer betreuten WG (Wohngemeinschaft) mit anderen Jugendlichen oder im betreuten Einzelwohnen. Hier kommen regelmäßig Betreuer/innen, die die Jugendlichen unterstützen. Manche Pflegekinder ziehen, wenn sie bei ihren Pflegeeltern ausziehen, in ein betreutes Wohnen bevor sie schließlich ganz alleine leben.

Pflegekind, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Familie, Pflegevater, Pflegemutter, Vollzeitpflege, Kurzzeitpflege, Krisenpflege, Herkunftsfamilie, Familienkrise, Kind aufnehmen, Pflegeverhältnis, Eltern, Kurzzeit-Pflegekind, befristete Unterbringung, familiäre Belastung, familiäre Krise,  familiäre Not, Pflegekinderdienst, Pflegeelternschule, Wie werde ich Pflegemutter?, Ehrenamt, Bezugspersonen, Pflegeelterngruppe, Jugendhilfe, Regenbogenfamilie, Alleinsteh